Mhhh…..! Mehr als ein sehr sehr müdes Mhhh bleibt nicht. Als wenn nicht die Gepflogenheiten dieser Welt, die Art und Weise Dinge als Kunst zu erklären, die Abgebrühtheit im Umgang mit Kindern, wenn das Geld wartet, bekannt seien. Alle dreschen nun auf dem Verlag rum, der Axolotl Roadkill verlegte und füllen die Zeitungen. Fade…
Zu Recht hat ja Deef Pirmasens auf die Stellen hingewiesen, die offenbar abgekupfert wurden. Aber der Skandal ist doch geheuchelte, Entschuldigung für dieses Wort, SCHEIßE!
Ich freue mich für Aireen, dass er, der so weit ich es verfolgte, vielleicht nun die Möglichkeit hat eine größere Leserschaft zu erreichen. Habe seiner Zeit das Blog von ihm mehr als geliebt (ist immer noch bei mir im Bloggroll drin), obwohl er seit gefühlter Ewigkeit nichts mehr schreibt.
Also, Aireen, wenn Du das hier lesen solltest, versteh es gern als Aufforderung ein weiteres Werk zu schaffen. Egal wann Du fertig sein würdest. Ich könnte wetten, es wird ebenso lesenswert - auch ohne Berghain Background!

Populärwissenschaftlicher Literatur wird ja oft nachgesagt, oberflächlich zu sein. Bei diesem Buch von Daniel Goleman, der laut Wikipedia den Begriff der emotionalen Intelligenz populär gemacht hat, wurden diverse Untiefen des populärwissenschaftlichen gut umschifft. Das Buch zeigt den Einfluß dieses zweiten großen Bereiches der Intelligenz auf und spielt diverse Situationen aus jedermanns Alltag durch, analysiert diese und stellt auf verständliche Weise die neurologischen Prozesse dar. Um es konkret zu machen, vom unruhigen Kind, über Ehestreitigkeiten bis zu Situationen auf Arbeit, die jeder kennt, ist alles dabei. Sehr gelungen und empfehlenswert empfinde ich dieses Buch und empfehle die Lektüre.

Ein wirklich feines Buch, dieses “Vermessung der Welt” von Herrn Daniel Kehlmann. Am Anfang war ich ein wenig skeptisch, auch wegen der mir doch recht kurz scheinenden Sätze. Aber kaum hatte es mich gepackt, dieses Buch, so laß ich es innerhalb von 2 Tagen und legte es sehr zufrieden zur Seite. Ein packender Roman, der wochenlang die Spiegel-Bestsellerlisten führte und das den Weg in meine Bibliothek als Geschenk eines guten Freundes fand.
Daniel Kehlmann hat mit diesem Buch ein in meinen Augen großkaliebriges Buch kreiiert, welches auf sehr ironische Art die beiden großen Deutschen Alexander Humboldt und Carl Friedrich Gauß gegenüberstellt. Auf der einen Seite den nach Unabhängigkeit und Freiheit strebenden Humboldt, der halb Südamerika “entdeckt” und weit herumkommt und auf der anderen Seite Gauß, ein verschrobener Genius mit absoluten sozialen Defiziten, der kaum aus seiner kleinen Welt hinauskommt. Bezugspunkte sind die Schriftwechsel der beiden untereinander und ein Zusammentreffen im Alter. Belustigend schildert Kehlmann die Sicht dieser so unterschiedlichen Protagonisten auf die Welt und die Möglichkeiten der Entdeckung - Humboldt reisend - Gauß denkend. Ein für Kehlmann feines Spannungsfeld dass nicht nur einmal lachen lässt. Große deutsche Literatur aus Wien!

Ach, was für eine präzise und bilderreiche Sprache! Allein bei der Vorstellung der einzelnen Gerichte und Begebenheiten aus besten Restaurants Deutschlands und Frankreich läuft einem schon das Wasser im Munde zusammen. Nebenbei erklärt der Herr Siebeck uns detailreich die Unterschiede zwischen Gutem und Besseren, schafft Aufmerksamkeit im Umgang mit Lebensmitteln - die heute vielleicht nur noch bei Lebensmitteltechnikern und (Hobby-)Köchen anzutreffen ist. Es werden Zusammenhänge erklärt, die einem nach oberflächlich hygenischen Betrachtungsweisen reichlich (weiterlesen…)
Sun Tzu (孙子/孫子), ein chinesischer General der 500 Jahre vor Christus lebte gilt mit seinen Aussagen vielen als zeitgemäßer Ratgeber bei strategischen Fragen. Und das nicht nur im militärischen Sinne, sondern auch auf die Fragen des Managements angewandt. So habe ich mir das Buch “Sun Tzu für Manager. Die 13 ewigen Gebote der Strategie” von Werner Schwanfelder durchgelesen. Es ist schon interessant was dieser Herr an Essenzen der Erkenntnis zum Besten gibt, und auch amüsant von Hr. Schwanfelder in die heutige Sprache mit entsprechenden Referenzen an seine berufliche Erfahrung als Siemens-Manager umgesetzt. Ist nicht zwingend schön, aber erhellend - diese Schrift.

Gerührt hinterlässt mich dieses in seiner Vielschichtigkeit überwältigende Buch, Dr. Faustus von Thomas Mann. Adrian Leverkühn, dessen Lebensgeschichte hier auf das Engste mit den Wandlungen Deutschlands von der Kaiserzeit bis hin zum 2. Weltkrieg verwoben ist, bringt im seinem bewußt von der Welt abgeschiedenen Lebensmittelpunkt, einem Bauernhof in Bayern, neueste und andersartige Musik (12-Ton) hervor. Diese Musik ist hier in einer Tiefe und einem Detailreichtum beschrieben, dass der Eindruck dessen was hier literarisch geschaffen wurde immer noch in meinen Ohren klingt. Ich bin fasziniert, dass dies Thomas Mann gelingt! Abgesehen davon empfinde ich tiefste Sympathie für Adrian Leverkühn, der sich absichtlich mit Syphilis infiziert um in ungeahnte geistige Höhen zu entsteigen und sich dabei im Pakt mit dem Teufel wähnt. Das Zwiegespräch in diesem Roman ist für meine bescheidenen Kenntnisse deutscher Literatur wie das Funkeln eines großen Diamanten. Seufzend und voller Begeisterung für dieses Werk empfehle ich das Lesen desselben.
Nun habe ich eine bessere Vorstellung von der Haltung der Menschen Anfang der 50′er Jahre - im gesamten Deutschland. Dieses Buch ist, in meinen Augen, sehr aufschlußreich. Fast die gesamte Zeit beim Lesen habe ich die Antennen ausgefahren gehabt, ob dort oder dort die Stalinverehrung von Fr. Seghers durchscheint. Aber nein, alles wirkt beschreibend, in schöner fester Sprache aufgeschrieben. Und, in diesem 1968 erschienenen Buch gibt es für mich auch einen Querverweis zu Ihrem eigenen Schweigen der Anklage Walter Janka gegenüber. Das Vertrauen ist für mich ein wirklich interessantes Buch und es spiegelt die Umstände rund um Stalins Tod der Menschen in Deutschland, es spiegelt die Hoffnungen und den Gestaltungswillen einer Generation. Eine wärmste Empfehlung geht hier von mir aus, dieses Buch zu lesen.

Auf Empfehlung meiner Frau habe ich dieses Werk aus dem Jahr 1978 gelesen. Und ich bin wirklich überrascht. Walser’s tiefgehenden Beschreibungen so unterschiedlicher Lebensentwürfe, die Fassaden und Hintergründe der Protagonisten, die Motivationen Dinge zu tun oder gerade nicht zu tun, habe ich so noch nicht gelesen. Große Literatur auf jeden Fall. Dazu gibts es als Schmankerl die Demontage des Kleingeistes….

So kleine “Quickie-Bücher”, bei denen ich mein Wissen vertiefen und erweitern kann, empfinde ich mehr als ideal. Hier, ein Buch von André Leclerc, welches sich mit dem Maler Cézanne aus Aix beschäftigt. Zu dem kleinen Abriss des Werdegangs Cézannes finden sich natürlich eine Menge Bilder von ihm. Mich beeindruckten vor allem seine Landschaftsbilder, die in ihrer Farbgewalt für mich einzigartig sind. (weiterlesen…)

Nun hat die “Herzogin Anna Amalia Bibliothek” auch begonnen ihren Bestand einzuscannen und online zu stellen. Auf der Website können nun schon gut über 100 Bücher (allein 75 Ausgaben von Goethes Faust) gesucht und gelesen werden. Ist echt faszinierend!
Da freu ich mich schon auf die nächsten Jahre, in welchen sicher sehr viele Perlen der Literaturgeschichte wieder in’s Bewusstsein zurückkehren.
Ohhh Gott (ich weiß, das DU -tot- bist), scheiß Hirn vom Himmel!
Dieses Buch, welches ich mir schon nicht gekauft habe, weil es meinen Ansprüchen nicht genügte, ist verfilmt. Hat die Festspiele in Cannes “eröffnet”…, schönen Artikel gibts hierzu bei Spiegel.de.
Für mich erschreckend ist, dass dieser unsägliche Dan Brown anscheinend nicht zwischen Gier und Kunst unterscheiden kann, denn wie heißt es so schön am Anfang seines Buches:
„Sämtliche in diesem Roman erwähnten Werke der Kunst und Architektur und alle Dokumente sind wirklichkeits- bzw. wahrheitsgetreu wiedergegeben“. (weiterlesen…)

Die Niblungen, das Werk aus unserer Mythologie in Form eines Dramas von Friedrich Hebbel. Ja, ich schwelge! Denn dieses Stück lesenswerte Literatur verzaubert und holt all die Erinnerungen an die schon oft hervorgezehrte Sage der Nibelungen hervor.
Was ich diesmal das erste Male tat war, dass ich in Wikipedia die geschichtlichen Zusammenhänge nachlas. Die Sage ist mehr als eine nette Geschichte - sie ist eine Essenz von Geschichten und Begebenheiten unseres Volkes von über 500 Jahren. Wenn ich mir überlege, dass die Nibelungen fast 700 Jahre nur mündlich überliefert wurden - unvorstellbar welchen Eindruck dieses Werk hinterlassen haben muss.
Bei der nächsten Aufführung des Buches im Theater, werde ich mir das Werk ansehen wollen!
Was für ein Schocker! Dieses Buch hat es wirklich geschafft, dass ich es mehrere Male zu Seite legen musste, um mich mental davon frei zu machen. So viel Leidenschaft und Mißtrauen in solch einer Essenz habe ich selten gelesen. Ein Drama im warsten Sinne des Wortes. Die Geschichte, die um die Geburt Christi spielt, ist so unglaublich, dass ich sie hier nicht grob widergeben mag.
Dieses Buch lässt aber die Verzückung Hebbels gegenüber Goethes “Wahlverwandtschaften” erahnen, denn auch hier ist eine Frau die Geradere und Reinere.
Einfach große Literatur.

Liebeselixiere, das Thema dieses Buches, gibt es hier zu hauf. Alles, was in irgend einer Weise aphrodisisch ist, wird hier aufgezählt und auf seine Wirkungen hin untersucht. So zum durchlesen ist es weniger geeignet, eher zum gemeinsamen Schmöckern. Die Texte sind allesamt auf hohem intellektuell-ordinären Niveau, oder auch recht freimütig, geschrieben und amüsieren köstlich.
Vor verbotenen Substanzen wird nicht zurückgeschreckt, selbst “Magic Mushrooms” finden hier Erwähnung. Besonders gefallen haben mir die hier vorgestellten Rezepte. (weiterlesen…)
Yeah, bald habe ich es geschafft! Noch Herodes und Marianne und ich kann mit den Nibelungen (auch von Hebbel) beginnen und habe, so denke ich, mir ein ordentliches Stück Literatur einverleibt.
Nun zu Gyges. Sehr illustre Geschichte, die sich Hebbel da ausgedacht. Mystisch soll sie sein. Eine schöne Einstimmung auf dieses Buch ist der kleine Vers zu Beginn:
Einen Regenbogen, der, minder grell, als die Sonne (weiterlesen…)
Hier hat sich Hebbel also einer alten Geschichte aus dem Königreich Bayern angenommen. Agnes Bernauer, eine bürgerliche Bader’stochter, wurde von Albrecht dem III. geehelicht. Was folgt ist ein Drama der besten Sorte. Wenn man’s so liest, kommt es einem schon fremdartig genug vor. Augsburg, Bayern, unstandesgemäße Heirat, Anklage wegen Zauberei, Tod durch ertränken in der Donau, oh du lieber Gott, das kann doch nur ausgedacht sein…, ist es aber nicht.
Hebbel hat in wahrhaft dramatischer Manier das Thema in Form gebracht. Es rührte mich sehr, obwohl ich mich ganz schön durchkämpfen musste. Ist ein tolles Buch….
Laut Wikipedia ist “Maria Magdalena” das letzte deutsche bürgerliche Trauerspiel. Es handelt in einer Welt der geistigen und sittlichen Enge der früheren Zeiten in kleinbürgerlichen Verhältnissen. Teilweise kann diese Enge ja auch heute noch beobachtet werden. Nur, so denke ich, sind Werte heutzutage nicht so lebensentscheidend wie es seinerzeit sicher war. Für seichte Gemüter ist das Buch ein dicker Brocken, es wird gestorben. Lesenswert ist es allemal und ich denke es eignet sich hervorragend, um im kleinen Freundeskreis als Hobbytheater nachgespielt zu werden. (weiterlesen…)